Freiheit ist kein Zufall...

...sondern das Produkt der Anstrengungen, die wir unternehmen um sie zu erreichen. Auch die Privatsphäre ist ein Teil unserer Freiheit, die sogar in Absatz 12 der UN-Menschenrechtserklärung gewürdigt wird. Wir alle wissen, daß die Privatsphäre schützenswert ist. Doch was tun wir, um sie zu schützen?
Heute will ich mal einen Anstoß zum Nachdenken geben in Bezug auf Kommunikation. Angenommen, User A und User B kommunizieren miteinander und diese Kommunikation berührt deren Privatsphäre.
Klar, sie können ihre Kommunikation verschlüsseln, beispielsweise durch Nutzung des GNU Privacy Guard. Das hilft, um den Inhalt ihrer Kommunikation nur dem jeweiligen Empfänger zugänglich zu machen. Doch was, wenn auch die tatsache, daß Kommunikation zwischen den beiden Usern stattfindet, schützenswert ist? Mal ein kleines, frei erfundenes Beispiel: Anna hat ein Problem mit ihrem Freund Fred. Fred ist überaus neugierig und spioniert Anna hinterher. Nun möchte Anna sich Hilfe holen. Sicher könnte sie bei der Telefonseelsorge anrufen, doch spätestens mit der nächsten Telefonrechnung weiß auch Fred, wo sie angerufen hat, weil der Anruf im Einzelverbindungsnachweis gelistet ist. Also entscheidet sie sich, eine anonyme EMail zu schreiben. Leider kontrolliert Fred auch den mailserver, über den die EMail verschickt wurde. Wieder weiß er zwar nicht, was in der Mail drinstand (Anna hat die Mail verschlüsselt), weiß aber sehr wohl, daß sie an die Seelsorge ging.
Was kann man also tun, um die Tatsache, daß überhaupt Kommunikation zwischen zwei Punkten stattfand, zu schützen? Hierzu mal ein kleiner Ausflug in die Arbeitsweise des ach so anonymen Internet: In jedem Paket, das versendet wird, stehen Absender und Empfänger drin. Man müsste also hinbekommen, daß User A und User B miteinander kommunizieren können, ohne daß ein Beobachter im Netzwerk dies herausfinden kann. Sicher läßt sich nicht ganz vermeiden, daß ein Beobachter herausfindet, DASS beide kommunizieren. Aber es ist möglich, die Information, daß die beiden miteinander kommunizieren, zu verschleiern. Das gelingt beispielsweise durch eine Proxy-Kette. Auf die Höhe getrieben ergibt dieser Ansatz ein System, in dem lediglich die beiden Endpunkte wissen, daß sie miteinander kommunizieren, die dazwischenliegenden Systeme wissen über die stattfindende Kommunikation garnichts. Ein solches System ist das Projekt TOR. In den aktuellen Zeiten der Datengräber wird es wohl immer wichtiger, seine Freiheiten zu schützen. Das (scheinbare) Problem an der Sache: Die meisten Menschen werden jetzt sagen: "Ich hab doch nix zu verbergen".
Vielleicht denkt ihr mal darüber nach, was ihr vielleicht doch verbergen wollt. Ich weiß inzwischen, daß es nicht besonders schlau ist, bestimmte (Foto-)Chemikalien online zu kaufen. Doch dazu mehr in einem anderen Bericht...

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